Was Sie schon immer zu Tequila Geschichte, Tequila Ursprung und Tequila Herkunft wissen wollten.

Mexikanische Geschichte und Kultur, die Weite der Agavenfelder, flirrende Hitze in der Sierra Madre und Tequila – eine untrennbare Verbindung. Aber wann und wo beginnt die Tequila Geschichte?

Tequila was ist das eigentlich?

Tequila ist ein destillierter Branntwein aus einer kleinen Region im Nordwesten von Mexiko etwa fünfzig Kilometer nördlich von Guadalajara. Tequila wird aus dem Destillat von fermentierter Maische aus dem Inneren (Herz) einer Pflanze, die als „Agave Azul“ (Agave tequilana weber variedad azul) bekannt ist. Dieses Herz, mit einer gigantischen Ananas vergleichbar, wird auch „mezcal“ genannt. Das bedeutet „Haus des Mondes“ und heißt so viel wie Mark, Essenz, Zentrum.

Man kann sagen, dass Tequila sozusagen mit zwei Kontinenten in Verbindung steht. Beim Herstellungsprozess wird eine Technik angewandt, die ursprünglich aus Europa stammt und gleichzeitig ein Rohprodukt verwendet, das schon seit sehr langer Zeit kultiviert worden und typisch für Amerika ist.

Tequila ist ein Mezcal

Man findet über 200 Agavenarten in Mexiko. Aus diesen Pflanzen werden unterschiedlichste Spirituosen in verschiedenen Regionen hergestellt. Sie werden als Mezcal bezeichnet und sind jeweils nach der Region benannt, in der sie produziert werden. Daher gibt es Mezcal aus Oaxaca, Cotija, Tonaya, Tuxcacuesco, Apulco etc.

Der berühmteste Mezcal ist zweifellos aus der Region Tequila. Die blaue Agave wächst seit der Kolonialzeit in der Region Tequila. Seither sind unzählige Destillerien entstanden, die den renommierten Branntwein produzieren, der ursprünglich „vino de mezcal de Tequila“ hieß. Heute wird Tequila aus vielerlei Gründen als „bebida alcohólica por excelencia“ (Spirituose par excellence) bezeichnet und wird im Ausland gerne mit der mexikanischen Lebensart in Verbindung gebracht.

Tequila Ursprung und vielfältige Einsatzmöglichkeiten von Agaven

Was den Ursprung von Tequila angeht,  so schätzt man, dass schon im 11. Jahrhundert  indianische Stämme entdeckt hatten, dass der Saft der Agavenpflanze fermentiert wenn er mit Luft in Berührung kommt und zu einem milchigen, leicht alkoholischen Getränk wird. Zur Zeit der präklassischen Hochkultur nannten die Azteken dieses Getränk „octili poliqhui“. Sie zerkleinerten gekochte Agavenherzen im Mörser, versetzten die Masse mit Wasser und ließen die Flüssigkeit gären (welche die Spanier dann später „pulque“ nannten). Dieses Getränk, „mexcal“ genannt, durften nur Könige, Stammesälteste, Krieger und Priester zu sich nehmen. Es war Rauschgetränk und religiöser Opferwein zugleich. Nur einmal im Jahr, während der „Tage der Toten“ durfte auch das Volk Pulque trinken. Der Ursprung von Tequila reicht also bis ins 11. Jahrhundert und noch weiter zurück. Anfang des 16. Jahrhundert eroberten die Spanier Mexiko und sorgten zugleich für den Untergang des aztekischen Reiches und anderer Hochkulturen. Man vermutet, dass die Spanier zu dieser Zeit begannen, Mezcal in der Gegend von Tequila zu produzieren.

Die blaue Agavenpflanze wuchs überall in der Gegend und hatte unschätzbaren Wert im täglichen Leben. Aus den Blättern der Pflanze wurden Dächer gebaut, ferner Nadeln, Bolzen und Nägel, Seile, Papier und sogar eine bestimmte Art von Container hergestellt. Die getrockneten fleischigen Blätter wurden als Brennmaterial verwendet, die Asche als Seife, Bleichmittel oder Reinigungsmittel und der Saft diente als Heilmittel für Wunden.

Tatsächlich war der Teil der Pflanze, der von den Spaniern am wenigsten genutzt wurde, das Herz. Man vermutet, dass den Spaniern irgendwann aufgefallen ist, dass die mexikanischen Ureinwohner Stücke von Agavenherzen kauten. So stellten sie fest, dass das Herz einen extrem hohen Zuckeranteil hatte. Als sie einen Weg suchten, eine Opfergabe darzubringen, kamen sie auf die Nutzung des Agavenherzens. Durch die Destillationskunst der Spanier entstand aus Pulque (fermentierter Agavensaft = nicht destillierter Vorläufer des Tequila), Tequila.

Man weiß, dass die Kunst des Destillierens über Ägypten nach Europa gelangte, jedoch der genaue Zeitpunkt ist unklar. Es wird vermutet, dass bereits Jahrhunderte vor Christus im Orient Parfum und Medizin durch Destillation hergestellt wurde und im Hochmittelalter das Destillieren von Schnaps und Trester oder Getreide in Europa verbreitet war. Die spanischen Konquistadoren brachten dann im 16. Jhd. diese Kunst nach Mexiko. Daher nimmt man an, dass damit auch der Beginn der Mezcal-Produktion in der spanischen Kolonialzeit begann und somit dort der Ursprung der Tequila-Herstellung durch die Spanier liegt.


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Tequila trifft auf Ablehnung der Kolonialregierung

Die Behörden sahen die Mezcal-Produktion mit Argwohn und Ablehnung an, da sie mit den spanischen Alkoholimporten konkurrierte. Daher wurden Vorschriften von der Kolonialregierung erlassen, bevorzugt spanische Weine und Branntwein zu importieren und in den Verkauf zu geben. Die Vorschriften führten zu einem Herstellungsverbot von lokalen Spirituosen.


Legalisierung und Fortschritt des Tequilas

Tequila musste anfangs im Verborgenen hergestellt werden (mehr zur Tequila Entstehung im Teil 1 des 3 teiligen Beitrags zur Tequila Geschichte). Aufgrund des Umfangs der Tequila-Produktion und leerer Kassen der Regierung wurde die Tequila-Herstellung im 17. Jahrhundert gegen Zahlung einer entsprechenden Steuer geduldet und legalisiert.

Dank Tequila konnte der Staat die ersten wichtigen Arbeiten im Hinblick auf die Einführung von Trinkwasser für die Stadt Guadalajara machen und Jahre später den Bau des Regierungspalasts beginnen, der heute immer noch von der Regierung genutzt wird.

Als die Tequila-Produktion bei San Blas begann, wurde diese Stadt Mitte des 18. Jahrhunderts zu einem wichtigen Handelshafen, da die neuen spanischen Kolonien in Nordwestmexiko von dort aus beliefert wurden. Damit wurde der „vino mezcal de esta tierra“ (Mezcal Wein aus dieser Region) das erste Export-Produkt aus der Region Tequila, die heute als der Bundestaat Jalisco bekannt ist.

Der Aufschwung von Tequila in Mexiko

Der Mezcal von Tequila half den Spaniern dabei, die Einsamkeit im weiten Norden des Landes besser zu ertragen. Auch die Jesuiten und Franziskaner, die der indianischen Bevölkerung das Christentum nahebrachten waren dem Mezcal von Tequila nicht abgeneigt. Gleichermaßen genossen die Minenarbeiter die Ende des 18. Jahrhunderts sehr erfolgreich waren und in den, nicht zu weit entfernten, jedoch abgelegenen, Minen von Bolanos (etwa 160 Kilometer nördlich von Guadalajara) arbeiteten, den Tequila in Ihren staubigen Kehlen.

Als Mexiko 1821 unabhängig wurde, hatten es spanische Spirituosen schwerer in Mexiko in den Verkauf zu gelangen. Dies führte dazu, dass die Verkaufszahlen des Tequilas in Guadalajara in die Höhe schnellten und Tequila in Mexiko City und dem gesamten Landeszentrum vermarktet wurde.

Während der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts hatten einige Betriebe eine gewisse wirtschaftliche Bedeutung erhalten und die Produzenten gewannen mehr und mehr an Macht und Einfluss.

Tequila Liberalisierung

Dank der guten Erreichbarkeit des Hafens von San Blas besonders für die Goldsucher und Minenarbeiter, die damals in das Land strömten, konnten die Verkaufszahlen von Tequila in dieser Zeit erneut gesteigert werden. 1849 wurde im heutigen Kalifornien Gold gefunden, wo doch gerade ein Jahr zuvor die Yankees Mexiko das Land abgerungen hatten. Als Mexiko sich 1857 im Bürgerkrieg befand, sollte der Krieg die alte soziale Ordnung unter der spanischen Vorherrschaft beenden. Die Tequila-Produzenten wussten bereits was ihre Industrie benötigt. Sie führten die Liberalisierung der Tequila-Produktion weiter fort bis sie 1867 einen Sieg errang. Ein Tequila-Produzent übernahm das Gouvernement des Staates Jalisco nachdem die von Napoleon III. geschickten Franzosen eine Niederlage erlitten hatten.

Nationalstolz der Mexikaner stärkt Tequila trotz Eisenbahn und europäischen Spirituosen

Der Hauptfeind des Tequila Ende des 19. Jahrhunderts und zu Beginn des 20. Jahrhunderts war die Eisenbahn, die europäische Spirituosen in den USA von Küste zu Küste transportierte und die mexikanische Oberschicht hatte eine Vorliebe für französische Produkte entwickelt. Daher wurde der traditionell destillierte Drink damals nur von der einfachen Bevölkerung regelmäßig konsumiert, trotzdem wuchs der Tequila Konsum beträchtlich. Die mexikanische Revolution veränderte die Haltung der Bevölkerung Tequila gegenüber. Nach dem Umsturz der Diktatur von General Porfirio Diaz 1911 war es an der Zeit, die mexikanische Identität und das mexikanische Nationalgefühl zu stärken. Tequila zu trinken statt importierter destillierter Spirituosen war ein erster Schritt von vielen. Das Image von Tequila wurde mehr oder weniger als nationales Symbol von der Regierung gefördert. In den 30iger und 40iger Jahren trug zudem auch die erfolgreiche mexikanische Filmindustrie zur Popularität von Tequila bei, indem sie allerdings ein irreführendes Bild des Tequila trinkenden Mexikaners schuf. Zusätzlich zu den Filmen trugen damals viele populäre Lieder zum wachsenden Bekanntheitsgrad des Getränks bei. Man sprach auch davon, dass Tequila die beste Medizin im Kampf gegen die spanische Grippe sei, die Nordmexiko 1930 heimgesucht hatte.

Produktionsfortschritte in der Abfüllung

Zur Deckung des neuen Bedarfs wurde Tequila in Monterrey in kleine Flaschen abgefüllt und nicht mehr ausschließlich in sperrigen Fässern geliefert. Der Tequilakonsum wurde zusätzlich durch den Erdölboom, der damals an Mexikos Golfküste ausgelöst worden war, in die Höhe getrieben. Dank handlicher 0,5 l Flaschen, die einfach zu handhaben waren und sogar in die Gesäßtasche der lose sitzenden Arbeitshosen passten, die damals in waren und die man in Filmen so oft zu sehen bekam, hatten die Ölarbeiter Tequila immer zur Hand.

1940 war die Tequila-Industrie soweit, den Whisky abzulösen, der durch den 2. Weltkrieg kaum noch zu bekommen war. Tequila-Exporte erreichten unerwartet hohe Absatzzahlen.

Als der Waffenstillstand plötzlich ausgerufen wurde, stand die Ausweitung des heimischen Markts im Focus und der Vertrieb orientierte sich nach Europa und Südamerika. Andere Wirtschaftszweige standen im Focus, die Verkaufszahlen sanken ähnlich stark wie sie zuvor gestiegen waren.

Industrialisierung des Mezcals aus Tequila

Ab 1950 gab es beträchtliche technische Verbesserungen in den Produktionsketten. Viele Fabriken erreichten höhere Erträge und verbesserten ihre Hygienestandards, ohne dass es zu Qualitätseinbußen kam. Einige Marken erreichten durch die Reduzierung ihres Alkoholgehalts einen bereiten Geschmack und so neue Absatzmärkte.

Zudem wurde herausgefunden das die optimalen Tequila-Anbaugebiete vergrößert werden und so der gesteigerte Bedarf gedeckt werden konnte. Heute besteht der größte Teil der Landschaft um Jalisco aus den blauen Agavefeldern mit ihrem charakteristischen Aussehen. In der Tequila-Industrie gibt es heute an die 300.000 Arbeitsplätze.